Was ich an Deutschland vermisse

Das Gegenstück zu meinem Beitrag vor zwei Wochen – ein paar Dinge, die ich vermisse.

Erstens: Karneval! Klingt vielleicht etwas blöd, weil die meisten Veranstaltungen ohnehin ausfallen und ich bei dem, was online stattfindet, ja dabei sein kann. Aber Karneval ist einfach etwas, dass von dem Miteinder lebt und deswegen vermisse ich andere Jecken in meiner physichen Nähe.

Zweitens: Deutsch. Was für ein Luxus es ist, die selbe Sprache fließend zu sprechen wie die große Mehrheit um einen herum, weiß man auch erst, wenn das nicht mehr der Fall ist. Mir als Labertasche fällt es einfach schwer, Gesprächen schweigend beizuwohnen, vor allem, da mein Bulgarisch mittlerweile ausreicht, um die meisten Gespräche zu verstehen.

Drittens: Korrektheit. Noch etwas, dass ich erst jetzt, wo es fehlt, zu schätzen weiß. Die DNA der meisten Deutschen ist es, Abmachungen zu treffen und sich dran zu halten, zuverlässig und pünktlich zu sein und Regeln zu beachten. All diese Dinge sind auch in mir drin, nur leider nicht in den meisten meiner Mitmenschen hier vor Ort.

Viertens: Gemüse. Wer den Beitrag „Was ich an Bulgarien schätze“ gelesen hat, weiß, dass ich das Essen hier mag und mir schon einige Rezepte angeeignet habe, ist der Mangel an Gemüse hier einfach absurd. Kartoffeln mit Fleisch ist einfach keine richtige Mahlzeit, erst Recht nicht, wenn man Vegetarierin ist. Wer hier übrigens eine Erwähnung von Brot erwartet, unterschätzt meine Backkünste.

Fünftens: den Rhein. Der Rhein verbildlicht für mich einfach zu Hause und ich vermisse dieses Gefühl, dass ich nur habe, wenn ich am Rhein stehe.

Sechstens: meine Familie und Freunde. Ich muss sagen, ich bin überrascht davon, wie wenig Heimweh ich habe. Außer Anfang der Adventszeit hält es sich bis jetzt in Grenzen. Aber natürlich vermisse ich es, euch alle zu umarmen und „in Echt“ mit euch reden zu können.

Ein kurzes Fazit dazu: was ich definitiv gelernt habe, ist, dass ich gerne in Deutschland lebe und man stolz sein und dieses Land mögen kann, ohne Nazi zu sein.

Veröffentlicht von debbibebbi03

18 Jahre, links-grün versiffte Feministin, ab September ein Jahr in Sofia, Bulgarien

Ein Kommentar zu “Was ich an Deutschland vermisse

  1. Liebe Debora, was für ein toller Bericht. Ich habe ihn soeben gelesen und lasse ihn auf mich wirken und stelle mir vor dich vor mir zu sehen. Ich umarme dich, mein Schatz, bin froh, dass du diese Entscheidung im Jahre 2013 getroffen hast. Deine Oma Homburg ist stolz auf dich. Sammle wie Frederik (er sammelte alles für den Winter) alles für deine Zukunft . Ein schönes Wochenende und liebe Grüße Oma

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