Warum ein FIJ?

Ich erinnere mich noch an den Tag, bevor meine Oma ihr FIJ antrat. Es war der 17.8.2013 und meine Oma durfte extra ein wenig später zu ihrem Einsatzort in Rumänien reisen, da es der Geburtstag meiner Mutter war. Zumindest ist das meine Erinnerungen, ich hoffe, es war wirklich so und ich erzähle hier nichts falsches. Zum Aussendungsgottesdienst von meiner Oma waren meine Familie und ich mit dem Zug nach Nürnberg gefahren. Ich weiß nur noch, dass es in unserem Waggon so heiß war, das gekühltes Wasser verschenkt wurde. Später erzählten uns die Freundinnen meiner Oma, die im selben Zug saßen, in ihrem Waggon sei es eiskalt gewesen. Mein Kopf konnte damals gar nicht vollumfänglich erfassen, dass ich von nun an, ein Jahr lang, meine Oma nicht sehen würde. Ich wusste nur eins: Ich wollte auch mal ein FIJ machen.
Mein Wunsch nach Unabhängigkeit sowie großes Fernweh ließen den Entschluss, den ich im Alter von 10 Jahren fasste, acht Jahre bestehen. Erst in der Vorbereitung wurden mir die Herausforderungen eines solchen Einsatzes bewusst: Jetzt bin ich ein Jahr in einem Land zu Hause, dessen Sprache ich kaum spreche.
Es gibt durchaus Dinge, die im Deutschland deswegen ohne mich stattfinden: Mein kleiner Bruder wird nächstes Frühjahr zu Erstkommunion gehen sowie sämtliche Geburtstags und Feiertage. Und natürlich Karneval.
Und dann ist da ja auch noch Corona. Das ich an meinem Wunsch, ein freiwilliges Jahre leisten zu wollen, trotzdem festgehalten habe, lag zum einen an dem Wissen, dass der Bedarf an Freiwilligen nun umso größer ist. Zum anderen wollte ich nach dem Abitur eine Pause einlegen und mal nicht über Abgabefristen und Noten nachdenken. So kam es dazu, dass ich meine Bewerbung schrieb, denn hätte ich es nicht zumindest versucht, wäre wohl immer das nagende Gefühle des was-wäre-wenn geblieben.

Veröffentlicht von debbibebbi03

18 Jahre, links-grün versiffte Feministin, ab September ein Jahr in Sofia, Bulgarien

Ein Kommentar zu “Warum ein FIJ?

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